Der Hund im Einsatz in Therapie, Pädagogik, Psychologie, Medizin

Weiterbildung tiergestützte Therapie

Es sind derzeit keine Therapiebegleithund-Seminar-Angebote geplant (seit 2012)

(für Therapeuten, Pädagogen, Psychologen, und medizinische Berufe, die mit dem Therapiemittel Hund arbeiten, sowie für Menschen, die ihren Hund in tiergestützter Aktivität und/oder Förderung einsetzen)

Zwei Module, jeweils zweitägig an Wochenenden, Abschluss mit Videodokumentation und Colloquium

Tiergestützte Therapie ist kein Allheilmittel. Tiere werden in verschiedenen Berufsfeldern der Therapie, Pädagogik, Psychologie und Medizin als Therapiemittel eingesetzt. Sie unterstützen den Weg zum Erreichen von therapeutisch-pädagogischen Zielen mit Klienten. Diese Ziele können je nach Klient im Bereich von Wahrnehmung, Motorik, Sozialkompetenz, Kognition liegen.
Wann und in welcher Weise ein Tier eingesetzt wird entscheidet der jeweilige Therapeut/Pädagoge aufgrund seiner Profession und Zielplanung.
Um ein Tier einsetzen zu können ist es wichtig, neben der beruflichen Befähigung Kenntnis über die spezielle Tierart an sich sowie über die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von tierischen Helfern zu besitzen.

In den zwei Seminaren „Modul 1/Theorie“ und Modul 2/Praxis“ möchten Ihnen die Seminarleiterinnen dazu ihr umfangreiches Wissen aus den Umfeldern Hundetraining und Einsatz in der Therapie zur Verfügung stellen um Ihre Kompetenzen im Einsatz des Therapiemittels Hund zu stärken, zu vertiefen und auszubauen.

Der systemische Grundgedanke

„Ein System ist eine Ganzheit. Jedes Teil ist mit jedem so verbunden, dass jede Änderung eine Änderung des Ganzen bewirkt“. Virginia Satir

…wird auch in der Seminardurchführung seinen Ausdruck finden. Jedes Seminar ist mit seinen Teilnehmern (Menschen und Hunden) ein individuelles System.
Die Seminare werden prozessorientiert unterrichtet, das heißt je nach Bedürfnissen der Teilnehmer und ihrer Hunde werden die Inhalte dem jeweiligen Kurs individuell angepasst.

Mehr Informationen zur systemischen Idee erhalten Sie unter Systemische Therapie.

Vorraussetzungen zur Seminarteilnahme:

Die Seminare können in beliebiger Reihenfolge gebucht werden. Einstieg ist in jedem Seminar möglich.

Für die Teilnahme ist eine bereits begonnene oder abgeschlossene Berufsausbildung im medizinischen, pädagogischen, psychologischen, pflegerischen Bereich erforderlich bzw. Sie müssen in einem helfenden, therapeutischen und/oder pflegerischen Arbeitsfeld im Rahmen tiergestützter Aktivität und/oder Förderung einen Hund einsetzen oder einsetzen wollen.

Hunde sollen im Modul 1/Theorie bitte zuhause bleiben. Es ist für Mensch und Hund entspannter.
Ausnahmeregelungen sind nach persönlicher Rücksprache möglich.

Im Modul 2 / Praxis müssen die Hunde mitgebracht werden.
Wegen Alters-, Verhaltens- und Ausbildungsstand der Hunde bitten wir um Absprache mit den Dozenten in Modul 1.

Modul 1/Theorie: Der Hund im Einsatz in Therapie, Pädagogik, Psychologie, Medizin

Wer einen Hund in Therapie, Pädagogik, Psychologie und Medizin etc. einsetzen möchte, steht vor vielen Herausforderungen. Es ist einerseits wichtig, Kenntnisse über Wesen, Entwicklung und Ausbildung des Hundes zu besitzen um eine artgerechte Haltung und die Fragen des Tierschutzes zu gewährleisten. Andererseits sind Kenntnisse über das Wirkungsspektrum des Hundes, Einsatzmöglichkeiten, Sinn und Ziel des Einsatzes für eine professionelle Arbeit erforderlich.
Die Seminarleiterinnen möchten Ihnen einen Einblick geben, wie Sie Ihre unterschiedlichen Rollen als Hundehalter/-ausbilder, und Therapeut/Pädagoge gut ausfüllen und in Einklang mit ihrer speziellen Arbeit bringen können. Dabei geht um die Ausbildungsmöglichkeiten des Hundes im speziellen, sowie um Hintergründe aus unterschiedlichen Therapieansätzen, die durch den Einsatz des Hundes unterstützt und ergänzt werden.
In diesem Zusammenhang ist es Wunsch der Seminarleiterinnen, dass die Teilnehmer eigene Fälle aus der Praxis („Was mache ich nur mit diesem Hund?“, „Warum klappt der Einsatz mit dem Hund nur begrenzt?“, und so weiter) mitbringen, an denen unter anderem in Rollenspielen die unterschiedlichen Facetten des tiergestützten Einsatzes erarbeitet werden können.

Seminarinhalte:

  • Entwicklung des Hundes
  • Wesen des Hundes: Körpersprache
  • Tierschutz
    • Stresssignale des Hundes
  • Grundlagen der Hundeerziehung/ Erziehungsprobleme
  • Voraussetzungen für den Therapiebegleithund – Einsatz
    • bei Therapeut, Klient, Hund, Hygiene, Steuer, Versicherung u.v.m
    • Grenzen
    • Einsatzgebiete, Diagnosen
  • Ziele
  • Therapeutisch-pädagogische Hintergründe:
    • Tiergestützte Interventionen – Formen – Definitionen
    • Hintergrund: Die innere Haltung am Beispiel Systemischer Familientherapie
    • Hintergrund: Bio-psycho-soziale Wirkungen von Tieren auf
    • Hintergründe der Zusammenarbeit der Sinnessysteme
  • Förderziele beim Therapiebegleithundeinsatz
  • Der strukturierte Einsatz/Konzept nach P.-K. Petermann
  • Fallbeispiele
  • Selbsterfahrung
  • Supervision
  • Erste Hilfe am Hund

Wochenendseminar: Samstag 10-18 Uhr/ Sonntag 9-17 Uhr
Ort: Kaiserstr.22B, 12209 Berlin (Lichterfelde-Ost) (Infos unter Seminarorte)
Gebühr: jeweils 350,00 Euro

Für Hundebesitzer:
Hunde bitte zuhause lassen!
Ausnahmeregelungen nach persönlicher Rücksprache möglich.

Modul 2/Praxis: Der Hund im Einsatz in Therapie, Pädagogik, Psychologie, Medizin

Im Praxismodul wird der Stand der Ausbildung Ihres Hundes, sowie die Kommunikation zwischen Ihnen und Ihrem Hund überprüft.
Es werden Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und Verfeinerung der Verständigung zwischen Hundeführer und Hund vermittelt. Dabei geht es um die Mensch- Hund-Beziehung, Authentizität und Klarheit im Wollen und Vermitteln von Erziehungsfragen.
Für das Erlernen des Grundgehorsams sowie kleiner Tricks, setzen wir beispielsweise das Clickertraining ein. Die Hunde werden auch verschiedene Geräte kennenlernen, um einen sicheren Umgang mit außergewöhnlichen Herausforderungen zu erreichen. Dafür benutzen wir beispielsweise Wippe, Balken, Wackelbrett und Rollenbrett usw.. Gemeinsam werden wir Lösungsmöglichkeiten zur Verhaltenskorrektur bei bereits vorliegendem Fehlverhalten des Hundes entwickeln.
Auch in den Praxismodulen werden „mitgebrachte Fälle“ unter anderem im Rollenspiel besprochen.

Seminarinhalte:

  • Erlernen und Festigen der Übungen Sitz, Platz und Komm
  • Einführung in die Harmonologie
  • Erarbeiten der Leinenführigkeit nach der Harmonologielehre
  • Übungen zur Leinenführigkeit und adäquatem Regelverhalten
  • Übungen zum zuverlässigen Ausführen der erlernten Signale
  • Übungen zu Selbstkontrolle und korrektem Timing
  • Verbesserung der Bindung im Mensch-Hund-Team
  • Verbesserung zu Selbstkontrolle und korrektem Timing
  • Verhaltensformung mit Hilfe des Clickertrainings
  • Regulationsmöglichkeiten
  • Gerätetraining
  • Training mit kognitivem Material
  • Fallbeispiele
  • Selbsterfahrung
  • Supervision

Wochenendseminar: Samstag 10-18 Uhr/ Sonntag 9-17 Uhr
Ort:Nausdorf/Prignitz (Infos unter Seminarorte)
Gebühr: jeweils 350,00 Euro

Maximale Teilnehmerzahl 6-8 Mensch-Hunde-Teams

Dieses Modul kann nur MIT Hund besucht werden.

Vorraussetzungen für das Abschlusszertifikat sind:

  • die erfolgreiche Teilnahme an den Modulen 1 und 2
  • die Eignungsempfehlung der Dozenten hinsichtlich Wesen und Unterordnung des Hundes
  • eine Falldokumentation inklusive Video aus dem Einsatzfeld des Therapeuten/Pädagogen in der tiergestützten Arbeit, vorgestellt in einem Colloquium

Das Colloquium wird jeweils an den Kurswochenenden nach persönlicher Absprache mit den Dozenten durchgeführt.
Gebühr: 150,00 Euro

Möglichkeit zur Unterkunft: http://www.oekohof-janisch.de/

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